Schenkökonomie

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In einer Schenkökonomie werden Waren und Dienstleistungen nicht nach Quid-pro-quo-Prinzip, sondern in freiem Geben und Nehmen ausgetauscht, was im Gegensatz zu Geld- und Tauschwirtschaft steht. Menschen nehmen was sie brauchen und geben was sie können. Das Ganze funktioniert am Besten, wenn die Beteiligten die eigenen Bedürfnisse, wie auch die ihrer Umwelt sowie auch das Potenzial dessen, was sie beitragen können, kennen und einschätzen können. Dabei ist es hilfreich sich zu kennen und zu vertrauen. Allgemein spielt Vertrauen hier eine entscheidende Rolle. - Die Beteiligten müssen - vielleicht mehr als in herkömmlicher Marktwirtschaft - Vertrauen zu dem wirtschaftlichen Rahmen, in dem sie sich bewegen, den Menschen und Institutionen, mit denen sie interagieren, entwickeln: Wenn sie diesen Rahmen für unterstütztenswert halten und vertrauen, dass er auch der Befriedigung ihrer Bedürfnisse dient, setzen sie sich auch am ehesten selber dafür ein.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beispiele

Was für viele naiv oder idealistisch klingen mag, lebt doch vielerorts schon hier und heute. Seit Urzeiten wird diese Art des Wirtschaftens in der Institution der Familie praktiziert. Bei Ureinwohnern des Pazifischen Nordwestens Amerikas wird es z.B. bei den Potlatchs gelebt. Bei Rainbow-Treffen ist Handel und Geldwirtschaft unerwünscht. Auch auf dem jährlich in der Wüste Nevadas stattfindenden Burning-Man-Festival wird in der vorübergehend eingerichteten Stadt Schenkökonomie verwirklicht. Gastfreundschaftsnetzwerke wie BeWelcome stellen eine Art Schenkökonomie dar. Ein weiteres Beispiel für die praktische Verwirklichung dieses Prinzips sind Schenkläden.

[Bearbeiten] Externe Verweise

Wikipedia bietet weitergehende enzyklopädische Informationen zu Schenkökonomie
  • www.freeebay.net - Website zu Schenkökonomie mit über ein Forum organisiertem Schenknetzwerk

[Bearbeiten] KursKontakte-Artikel

In der Zeitschrift KursKontakte erschienen in den Ausgaben 160 und 161 im Frühjahr 2009 einige Artikel zur Schenkökonomie:

[Bearbeiten] Ausgabe 160

[Bearbeiten] Ausgabe 161

[Bearbeiten] Literatur

  • The Gift: Imagination and the Erotic Life of Property von Lewis Hyde
  • Essai sur le don. Forme et raison de l’échange dans les sociétés archaïques vom französischen Soziologen Marcel Mauss (Einstieg in einen großen Teil der Forschung der letzten 80 Jahre zu Schenkökonomie)


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Kommentar zur Bedeutung von Schenken bzw. Schenk-Wirtschaft aus der Sicht eines Schenkers (Öff!Öff!):

Die Beschreibung der Schenk-Wirtschaft nach dem Motto "Man gibt, was man kann, und nimmt, was man braucht", enthält einen gewissen "Pferdefuß", nämlich, daß es eine ziemlich isolierende Beschreibung ist, die sich (fast) nur auf das einzelne Individuum bezieht... Und nur wenig den Bezug zu einem umfassenderen Ganzen bzw. Sinn des Ganzen einbezieht oder gar zum Maßstab macht... Ich habe eine vergleichbare Einstellung mal als Selbstbeschreibung der Zigeuner gehört:"Wenn wir haben, geben wir; wenn wir brauchen, nehmen wir..." Und für die "normal-dörfliche" Umgebung eines solchen Zigeuner-Lagers war diese Einstellung in gewissem Maße angsterweckend, weil es bedeuten konnte, daß plötzlich wieder welche von den Hühnern im Garten fehlten... Wie kann man aber so richtig seinen rechten Platz und sein rechtes Maß bestimmen, außer indem man diesen Platz und dieses Maß durch (vernünftig denkende, die beteiligten Einzelfaktoren bzw. Einzelwesen angemessen berücksichtigende) Einordnung ins Ganze bestimmt? Dann werden "was ich brauche" und "was ich kann" auch als relative bzw. zu relativierende Begriffe erkennbar: Wenn neben mir ein Mitmensch bzw. Freund gerade extreme Not leidet oder verhungert, und ich habe nur soviel Nahrung zur Verfügung, daß ich gerade satt würde (also "soviel, wie ich - normalerweise - brauche"...); mehr Nahrung ist nicht erreichbar... - darf ich dann "soviel essen, wie ich brauche"?... Oder bezogen auf das "was ich kann": Es gibt viele resignierte Zyniker in der Welt, die so Sachen behaupten wie:"Die Menschen machen die Welt eh kaputt... - da kann man nichts ändern..." Und Manche von uns kennen vielleicht die schlagfertige Antwort, die ein Idealist dieser Haltung mal entgegenwarf: "Seien wir realistisch - versuchen wir das Unmögliche..." (So wie man auch, wenn man vor einem brennenden Haus stehen würde, in dem noch viele Kinder sind, bei seiner Evakuierungs-Anstrengung wohl bereit sein sollte, erforderlichenfalls 'über seine Grenzen zu gehen' oder eventuell gar selbst in die Gefahr des Verbrennens zu kommen...) Wie vertrauenswürdig ist eine "Schenk-Ökonomie", die ohne (bewußte und sich in erforderlichem Maße auch disziplinierende!) Bereitschaft zur passenden Dosierung gemäß dem größeren Zusammenhang auskommen will? Ist das nicht zu sehr gedankenlose und ego-orientierte "Konsum-Haltung" beim Weg zu einer Zukunfts-Schenk-Welt? -- Es gibt dazu auch die Auffassung: "Mit Menschen, die gemäß Liebe und Verantwortung dosierungsfähig sind, kann man sogar noch durch die Wüste gehen - oder dabei zumindest in Würde sterben... Mit Menschen, die solche Dosierungsfähigkeit nicht haben, wird man noch jedes Schlaraffenland zur Wüste machen und gegeneinandergeraten..." Und eine andere Meinung besagt: "Asketische Selbstüberwindung ist der Schlüssel zu wahrer Liebe..." Aus Schenker-Sicht ist "Schenken" (laut Lexikon "freiwilliges Geben ohne Bedingung einer Gegenleistung") a) der "Inbegriff gewaltfreien Teilens" ("gewaltfrei", weil "freiwillig", "Teilen", weil es statt direkter Profit-Vergeltung gleiches Wohlergehen Aller zum Maßstab machen kann, und wiederum "gewaltfrei", weil es einseitiges Vorangehen im Verzicht auf Gegenleistung ausdrückt und dem Anderen dadurch ein gewisses Ausnutzen ermöglicht... "andere Wange hinhalten...") b) das "Handlungs-Prinzip der Liebe" ("Liebe" als "Identifikation": Wo ich den Anderen als Teil von mir wie z.B. meinen Arm ansehe, werde ich ihm etwas geben können, um ihm Gutes zu tun, auch ohne dafür direkt was zurückbekommen zu wollen...), und c)auch das Prinzip "organischen Handelns" bzw. "organischer Menschen" (weil es ein Verhalten wie bei einer Zelle im Organismus ausdrücken kann, die statt Direkt-Vergeltung einem anderen Fluß des Gebens und Nehmens folgt, welcher der Steuerung und dem Wohl des Gesamtorganismus entspricht...; ein "organischer Mensch" könnte sich so dem Gesamt-Organismus der Welt einfügen...)...

((Vergleiche auch den oben angeführten Artikel von Jochen Schilk, den er in "KursKontakte" über mich verfaßte: "Die Moral-Bombe"... - wobei ich gleich dazu sagen möchte, daß ich mich als einen Menschen mit vielen Fehlern betrachte... Und vergleiche meine Erläuterungen, die ich hier zur Definition des "Teilens" dazugeschrieben habe...)) www.die-schenker.net

www.die-schenker.de.cz

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